Mittwoch, 2. April 2025

Kissigs Investor-Update Q1/25 mit Rheinmetall, Costco, Ares Management, Blackstone, Apollo Global, KKR, Viper Energy, Friedrich Vorwerk, Texas Pacific Land, Domino's Pizza

Mein Investor-Update zum Ende des 1. Quartals '25

In meinen Investor-Updates blicke ich jeweils zum Ende eines Quartals auf die vergangenen Monate zurück und präsentiere euch die Top-Werte in meinem Investmentdepot; es ist in gewisser Weise "mein persönliches 13F". Des Weiteren beschäftige ich mich gegebenenfalls auch mit Unternehmen, die ich hier im Blog noch nicht vorgestellt habe, die jedoch bereits den Weg in mein Depot gefunden haben.

'Investor-Update reloaded' | Ausgabe 27

Meine Investor-Updates zum Quartalsende sind für mich immer ein willkommener Anlass, auf die vergangenen drei Monate zurückzublicken und meine Einschätzung zu meinen gewichtigsten Depotwerten zu aktualisieren.

▶ Mr. Market & The Fairy Tale of Fear and Greed

Nach dem Rekordbörsenjahr 2024 war zu befürchten, dass sich Trumps Wirken negativ auf Wirtschaft und Börsen auswirkt. Und genauso kam es, exakt mit dem Tag seiner Amtsübernahme am 20. Januar gingen die Börsen in den Sinkflug über. Und bisher lässt Trumps Aktionismus nicht nach und die weltweite Verunsicherung über die Folgen seines Kurses - und seinen Kurs an sich - lässt das Vertrauen einbrechen. Das der Bürger, das der Konsumenten, das der (bisher) verbündeten Staaten.

Das 1. Quartal 2025 liegt nun hinter uns und es waren keine guten Monate - für die US-Börsen. Der S&P 500 verlor 8,9 %, während der MSCI Europe 9,5 % zulegen konnte. Eine solche große Diskrepanz  von 18 % zugunsten der europäischen Aktien gab es seit 1999 nicht mehr und damals wurde gerade der Euro als Einheitswährung eingeführt.

Heftige Verluste verbuchten insbesondere die "Magnificent 7", die zuvor das Gros der Börsengewinne verzeichnet hatten. Apple -14,50 %, Microsoft -15,70 %, Alphabet -22,90 %, Amazon -19,50%, Nvidia -24,80 %, Meta Platforms -8,70 % und Tesla sogar -33,20 %. Und weil so viele Menschen inzwischen in ETFs investieren und hier besonders gerne bei den erfolgreichsten zugreifen, haben sie sich auch entsprechend die Kurseinbrüche dieser fast überall dominierenden Mag 7 eingehandelt. Kaum jemand setzt allein auf deutsche oder europäische (Neben-) Werte, mit denen man in diesem Jahr - bisher - am besten fährt. Auch ich habe mein Depot an die neuen Gegebenheiten angepasst, wie sich gleich zeigt. Aber Panikstimmung ist nicht angebracht.
"Es gibt keinen Schutz vor Kurseinbrüchen, wenn man sich für einen langfristigen, eigenverantwortlichen Ansatz bei Aktien entscheidet. Ich würde sogar so weit gehen zu sagen, dass die Fähigkeit, Einbrüche mit Gelassenheit durchzustehen, eine Quelle für Outperformance ist."
(Chris Mayer)
Wer Interesse daran hat, wie es den Börsen und meinen Wikis in den drei vergangenen Monaten en Detail ergangen ist, kann das in meinen monatlichen Performance-Updates nachlesen.

Meine Investmentstrategie: Focused Quality Growth Investing

Stock-Picking bleibt der Schlüssel zum nachhaltigen Börsenerfolg. Jedenfalls in meiner Welt abseits der ETFs, Edelmetalle und Kryptowährungen. Ich konzentriere mich auf die Unternehmen, nicht auf ihren Aktienkurs und ich messe auch dem Gesamtmarkt nicht allzu viel Bedeutung bei.

»Spiele werden von denen gewonnen, die auf das Spielfeld achten und nicht auf die Anzeigetafel.« 

Ich verfolge einen gemischten Bottom-Up-Top-Down-Ansatz, bei dem ich einerseits auf makroökonomische Trends setze, andererseits mir innerhalb dieser Trends dann die am besten positionierten und/oder bewerteten Unternehmen herauspicke. Ich versuche also, mich nicht gegen den Markt zu stellen, sondern von seinen (irrationalen) Eskapaden gegebenenfalls zu profitieren. Soweit der Plan...

»In der Theorie gibt es keinen Unterschied zwischen Theorie und Praxis. In der Praxis schon.«
(Yogi Berra)

Die sechs Säulen meiner Investmentstrategie:

1. Qualitätsunternehmen mit Burggraben
Bei meinen Investments setze ich vor allem auf Qualitätsunternehmen mit breitem ökonomischen Burggraben und das führt zu soliden und meistens überdurchschnittlichen Ergebnissen.

»Wir denken über zwei Dinge nach: Qualität und Preis. Aber wir denken über Qualität nach, bevor wir über den Preis nachdenken. Wir versuchen, hervorragende Unternehmen zu kaufen, die von hervorragenden Managern geführt werden.«
(Chris Bloomstran)
2. Growth at a reasonable Price (GARP)
Ich bevorzuge Unternehmen mit Umsatz- und Gewinnwachstum, wobei ich den Schwerpunkt auf den Cashflow lege. Unternehmen, die wachsen und ihre Margen verbessern, spielen auch für ihre Aktionäre überdurchschnittliche Ergebnisse ein. Man muss 'nur' geduldig sein und den Unternehmen Zeit geben, ihre Stärken ausspielen zu können.

»Wenn Sie über die großen Wachstumsunternehmen von heute sprechen, ist der Ansatz 'günstig einkaufen, ein Kursziel festlegen, verkaufen, wenn es steigt, und vollständig aussteigen, wenn es das Ziel erreicht' völlig falsch. Ein leidenschaftsloser Blick auf die Geschichte macht deutlich, dass es oft ein Fehler war, in einem schnell wachsenden Unternehmen mit dauerhaften Wettbewerbsvorteilen Gewinne mitzunehmen. Angesichts der Eigenschaften der heute führenden Unternehmen kann es jetzt noch falscher sein. Stattdessen müssen Sie sich vom Verkauf abhalten.«
(Howard Stanley Marks)

3. Absolute High Conviction
Das Pareto-Prinzip hat sich bewährt, auch beim Investieren. Es gibt keine absoluten Gewissheiten, nur Wahrscheinlichkeiten. Wer nur dann investiert, wenn jeder Zweifel beseitigt und jedes Risiko ausgeschlossen ist, investiert... nie. Irgendwas ist immer. Das sollte muss man akzeptieren. Aber nicht ignorieren. Man muss die Schwachpunkte eines Unternehmens, seines Investmentcases identifizieren und analysieren. Und entscheiden, ob man damit leben kann und ob es eine Rolle spielt für den nachhaltigen Erfolg des Unternehmens und damit des Investments. Das gilt sowohl für neue Ideen wie auch für liebgewonnene Langfristpositionen im Depot. Vor allem bei diesen muss man ab und zu mal einen 'Realitätscheck' machen, damit sich um ein früheres Top-Investment nicht schleichend zum Flop-Investment entwickelt.
 
»Die Zukunft ist niemals klar: Schon für ein bisschen Gewissheit muss man einen hohen Preis zahlen. Unsicherheit ist deshalb der Freund von Langfristinvestoren.«
(Warren Buffett)

4. Focus Investing
Daneben folge ich dem Ansatz des Focus Investing und setze nur auf die besten Unternehmen, anstatt blind breit zu streuen. Bei jeder neuen Idee überlege ich, ob diese Aktie besser ist als die in meinem Depot. Und sie muss schon viel aussichtsreicher sein, denn das Unternehmen ist neu (für mich), ich kenne es noch nicht so gut und weiß nicht, ob mein Investmentcase valide ist. Und ob ich wirklich auf das Management setzen kann. Das zeigt erst die Zeit und das bedeutet, dass jede neue Investmentidee ein höheres Risiko darstellt als meine Bestandsinvestments. Also muss sie auch viel höhere Chancen bieten, um Einlass ins Depot zu finden. Dass ich kein/kaum Cash halte, ist hierbei ein (weitere) Vorteil, denn ich muss noch die zusätzliche Hürde überwinden, eines meiner Depotunternehmen zu verkaufen oder zumindest zu reduzieren, um mir das nötige Geld für den Neukauf zu besorgen. Das hilft mir, mich nicht (zu sehr) zu verzetteln.
 
»Diversifikation in großem Stil ist ein Fehler. Wenn Sie sich wirklich mit Unternehmen auskennen, sollten Sie wahrscheinlich nicht mehr als sechs davon besitzen. Wenn Sie sechs wunderbare Unternehmen ausfindig machen können, ist das alles, was Sie an Diversifikation brauchen. (...) Eine Politik der Portfoliokonzentration kann das Risiko verringern, wenn sie sowohl die Intensität, mit der ein Anleger über ein Unternehmen nachdenkt, als auch das Komfortniveau erhöht, das er vor dem Kauf empfinden muss.«
(Warren Buffett)
5. Buy & Hold
Es gibt sie, die High Quality-Unternehmen. Aber nicht so viele, wie man annimmt. Und sie entwickeln sich nicht zu jeder Zeit herausragend, auch sie haben mal Durststrecken und müssen Rückschläge verkraften. Das gilt auch für Kursentwicklung. Es ist eine Herausforderung, sie zu finden und in sie zu investieren (weil sie meistens teuer sind aussehen), aber der wirklich schwierige Teil kommt nach dem Kauf: das Behalten. Denn es gibt bereits beim Kauf auch negative Aspekte, die gegen das Unternehmen und das Investment sprechen. Und auch während die Aktie im Depot liegt, gibt es Gegenwind, mal schwächer, mal stärker. Es kommt entscheidend darauf an, sich nicht beirren und aus der Aktie vertreiben zu lassen, so lange sich das Unternehmen grundsätzlich in die richtige Richtung entwickelt und der ursprüngliche Investmentcase nicht über den Haufen geworfen wurde.

»Um einen Multibagger im Portfolio zu bekommen, muss man einen Multibagger im Portfolio halten. Halten kann qualvoll sein. Besonders Gewinner. (...) Für einen Multi-Bagger im Depot müssen Sie an einer Aktie festhalten, die billig, teuer, gehasst und geliebt sein wird.«
6. Cash is Trash!
Ich bin gerne voll investiert, weil sich nach meiner Erfahrung eine hohe Cash-Quote nur in der Theorie auszahlt (für günstige Nachkäufe), in der Praxis aber auf lange Sicht Rendite kostet. Denn die sich bietenden Nachkaufchancen nutzt man dann doch nicht und somit verschimmelt das Geld dauerhaft und unnötig unrentabel auf dem Konto. Folglich habe ich die Abstürze 2018, 2020, 2022 sowie den 'Flash-Crash' im August 2024 voll mitgemacht - dann aber auch bei den anschließenden Erholungsrallyes nicht nur zugeschaut.
 
»Ich halte niemals Barmittel, denn Barmittel aufzubauen würde bedeuten, aus dem Markt auszusteigen. Meine Vorstellung ist es, für immer im Markt zu bleiben und Aktien abhängig von der fundamentalen Lage umzuschichten.«
(Peter Lynch)
Opportunitätskosten machen den einen Unterschied!
Charlie Munger sagte einst: "Intelligente Menschen treffen Entscheidungen auf der Basis von Opportunitätskosten". Kein sofort eingänglicher Gedanke, sondern vielmehr vertieftes Nachdenken erfordert. Instinktiv wende ich ihn jedoch bereits seit einigen Jahren und zunehmend an. Opportunitätskosten sind die Renditenerwartungen, die man mit einer alternativen Geldanlage hätte verdienen können. Erzielt man 10 % Rendite, klingt das toll. Hätte man aber mit seiner zweitbesten Idee 15 % eingefahren, waren die 10 % kein gutes Geschäft. Und wie macht das bei mir den einen Unterschied? Nun, bei jeder neuen Idee für ein Investment wäge ich dies gegen meine bereits bestehenden Positionen ab. Da ich stets voll investiert bin, muss ich ohnehin erstmal Geld freischaufeln, um etwas Neues kaufen zu können. Und das tue ich nur (noch), wenn die neue Idee, das neue Unternehmen ein deutlich besseres Chance-Risiko-Verhältnis aufweist. Ansonsten gibt es keinen Grund, meine Beteiligungen anzufassen - ggf. stocke ich sie sogar weiter auf.

Positiver Nebeneffekt des Opportunitätskosten-Ansatzes ist, dass ich so laufend meine Bestandspositionen und den ihnen zugrundeliegenden Investmentcase überprüfe und auf Lücken, Fehler, negative Entwicklungen abklopfe. Im Ergebnis haben sich meine Transaktionen in den letzten Jahren immer weiter reduziert, während die Ergebnisse sich verbessert haben. Eine sehr erfreuliche Entwicklung, die ich aber im Blick behalten werde, ob und in wie weit sie sich auf längere Sicht schlägt.

Und noch ein bisschen mehr...
Neben den Quality Investments liegt mein Interessenschwerpunkt auf Deutschen Nebenwerten und abgerundet wird das Ganze mit einigen aussichtsreichen Turnaround-Spekulationen. Wenngleich mit den "heißen Wetten" natürlich größere Kursgewinne eingefahren werden können, jedenfalls für eine gewisse Zeit und durch ein viel höheres Risiko erkauft. Daher nehmen solche spekulativeren Werte nur kleine Positionen in meinem Depot ein, denn man braucht viel Geduld und muss auch zwischenzeitliche Rückschläge durchstehen.

Mein Investmentdepot

Investmentdepot inkl. Cash per 31.03.2025
Nun kommen wir aber zu den wesentlichen Veränderungen und Positionen in meinem Investmentportfolio: Am Ende des Quartals waren meine größten Positionen Rheinmetall, Costco, Ares Management, Blackstone, Apollo Global, KKR, Viper Energy, Friedrich Vorwerk, Texas Pacific Land, Domino's, Pizza. Damit gibt es drei neue Werte in meiner Top 10 sowie einige Verschiebungen bei der Gewichtung.

Meine 3 Top-Performer waren Rheinmetall, Almonty Industries und Friedrich Vorwerk, die zwischen 77 % und 119 % zugelegt haben. Rheinmetall lag zuvor im Mittelfeld und die Kursverdopplung hat sich entsprechend positiv ausgewirkt. Die beiden anderen Werte habe ich erst im Verlauf des Quartals neu gekauft, so dass sie in meinem Depot ihre starke Performance nur teilweise ausspielen konnten.

Meine 3 Flop-Performer waren LendingClub, PayPal und KKR mit Rückgängen zwischen 27 % und 40 %. Neben KKR haben auch meine übrigen Alternativen Asset Manager Apollo, Blackstone, Ares mehr als 20 % verloren und da sie alle zu den hoch gewichteten Positionen zählten und zählen, hat meine Depotrendite entsprechend stark gelitten. Und auch mit meinen FinTechs war kein Blumentopf zu gewinnen; insgesamt hat der von mir sehr hoch gewichtete Finanzsektor kräftig Federn lassen müssen und mein Depot ordentlich nach unten gezogen - nach sieben saustarken Quartalen sehen wir hier nun eine - gesunde - Konsolidierung auf hohem Niveau.



Mein Depot ist nicht nur hinsichtlich der Einzelwerte stark fokussiert, sondern ich habe in manchen Branchen 'Cluster' gebildet und meine Investments auf die zwei oder drei am besten positionierten Unternehmen verteilt.

Cluster Verteidigung (15,75 %)

DAX-Mitglied Rheinmetall hatte ich erst im 2. Quartal 2024 neu ins Depot gekauft und mich damit erstmals an einem Rüstungsunternehmen beteiligt. Zwischenzeitlich war ich auch in RTX, Hensoldt, Alzchem investiert, doch ich habe mich im 4. Quartal 2024 voll auf Rheinmetall fokussiert, was sich extrem positiv ausgezahlt hat. Von einem "Cluster" kann man also momentan nicht (mehr) sprechen.

Don Trump kokettiert mit einem Austritt der USA aus der NATO und fordert mindestens eine Verdopplung der Verteidigungsbudgets der übrigen NATO-Staaten Richtung 5 % ihres BP. Inzwischen hat Deutschland ein Sondervermögen für die Verteidigung aufgelegt und die EU-Kommission ihr Programm "ReArm Europe", so dass in den nächsten Jahren mehr als eine Billion Euro zusätzlich in den Sektor fließen dürften - mit Schwerpunkt auf heimische, also europäische, Rüstungsbetriebe. Rheinmetall dürfte hier zu den ganz großen Profiteuren zählen.
An meiner Position habe ich nichts verändert; der Kursanstieg alleine hat den Wert - inzwischen mit deutlichem Abstand - an die Spitze meines Depots katapultiert. Zu Recht!
"Wenn man seine Gewinneraktien einfach laufen lässt, konzentriert sich das Portfolio von selbst."
:: Performance Rheinmetall: Q1/25: +119,0 % | 2024: +105,5 % | 2023: +89,25 %

Cluster Retail (15,50 %)

Costco, der drittgrößte Einzelhändler der Welt, hat in den letzten Jahren oft mein Depot als Spitzenreiter angeführt. Ende 2023 lag Costco auf dem dritten Rang, dank einer sehr starken Performance zur Jahresmitte 2024 dann wieder auf dem vordersten Platz. Im 3. Quartal hatte ich einen Teilverkauf vorgenommen, weil ich das Geld zum Aufstocken anderer Werte benötigt habe, doch nachdem Überschreiten der Marke von 1.000 Euro gab es einen starken Rücksetzer unter die Marke von 850 Euro und ich habe die Chance genutzt, meine Position wieder aufzustocken. Von Costco kann man ich nie genug haben!

Das fast einzigartige Geschäftsmodell erweist sich als weitestgehend resilient in jeder Wirtschaftslage und bleibt der Top-Pick im Einzelhandel - online wie offline. Die 'Subscriber Renewal Rate' liegt bei über 90 %; es erneuern also so viele Mitglieder ihre Mitgliedschaft wie nie zuvor und weitere werden laufend hinzugewonnen. Zudem hat man sich dazu durchgerungen, die Mitgliedsbeiträge anzuheben. Aufgrund der US-Buchungsvorschriften verteilen sich die Mehreinnahmen auf die einzelnen Monate, so dass das wahre positive Ausmaß erst ab dem 2. Halbjahr 2025 in den Geschäftszahlen zu sehen sein wird: Costcos Kosten erhöhen sich kaum, seine stetigen Einnahmen hingegen schon. Also steigen die Margen und die zusätzlichen Einnahmen werden in ein beschleunigtes Expansionstempo gesteckt. Einfach unerreicht und klasse!

Bei Amazon habe ich erstmals während des starken Börseneinbruchs Anfang 2016 zugegriffen, aber vor einiger Zeit meine Position halbiert. Dumm gelaufen gemacht. Nachdem ich mich intensiv(er) mit Nick Sleep und seinem sehr erfolgreichen Investmentansatz beschäftigt habe, ist mir klar geworden, dass ich Amazon deutlich unterschätzt habe - und so hatte ich meine Position im 4. Quartal 2024 wieder deutlich aufgestockt.
"Denjenigen, die argumentieren, dass Amazon bereits groß ist, stellen wir zwei Fragen: Was glauben Sie, wie groß wird der Anteil des E-Commerce am US-Einzelhandel in zehn Jahren sein, und was glauben Sie, wie groß war er im letzten Jahr?"
(Nick Sleep, 2006)
Allerdings zählt das Unternehmen zu den Mag 7 und damit zu den von einem Börsenabschwung potenziell am stärksten getroffenen Aktien. Insofern habe ich einige Amazon verkauft und in Costco getauscht. Eine Wiederaufstockung habe ich aber stets im Hinterkopf. Ich bin davon überzeugt, dass man bei Costco - und Amazon - auch künftig und langfristig an Bord sein muss...
:: Performance Amazon: Q1/25: -18,5 % | 2024: +54,75 %
:: Performance Costco: Q1/25: -1,5 % | 2024: +50,0 % | 2023: +40,25 %

Cluster Alternative Asset Manager (29,5 %)

Alternative Asset Manager stehen bei mir schon viele Jahre und auch weiterhin hoch im Kurs; im letzten Quartal hat sich dies nicht ausgezahlt, denn die eingetrübten Erwartungen der Börsianer haben hier besonders starke Panikspuren im Kurs hinterlassen. Ich habe schon früh im Quartal Brookfield verkauft, um mich auf die vier übrigen Finanzinvestoren zu konzentrieren, also auf Apollo Global Management, Ares ManagementBlackstone und KKR. Sie hatten zuvor eine Depotgewichtung von jeweils annähernd 10 %, doch der Kursrückgang macht sich bemerkbar. Dies zusammen mit dem Verkauf von Brookfield - und PJT Partners - hat mein Exposure in diesem Cluster von 50 % auf rund 30 % gesenkt. PJT Partners habe ich - erstmal - veräußert, weil die positiven Erwartungen auf eine Lockerung im Bereich M&A verpufft sind und zuletzt das Transaktionsvolumen deutlich gesunken ist. Trump wirkt...

Meine Finanzinvestoren sind alle unterschiedlich aufgestellt und ergänzen sich aus meiner Sicht hervorragend. Sie alle gehen über den Daumen gepeilt davon aus, in den nächsten fünf Jahren ihre Assets under Management zu verdoppeln und dabei ihre Provisionseinnahmen überproportional zu steigern. Damit würden sie im Prinzip "nur" die Erfolge der letzten Jahre (und Jahrzehnte) fortschreiben und ich teile ihre positive Einschätzung. Mit entsprechend angewachsenen Provisionsströmen. 1,00 USD Cashflow wird so in fünf Jahren zu 2,50 USD. Es gibt nicht viele Unternehmen mit einer solchen Wachstumsstärke! Die absehbaren Gewinnsteigerungen werden auch den Aktienkursen weiter Rückenwind verschaffen und deshalb bin ich hier gerne Aktionär. Selbst bei Kurseinbrüchen kann ich diese relativ entspannt an mir vorüberziehen lassen.

Die hohe Gewichtung stellt natürlich unter klassischen Gesichtspunkten ein "Klumpenrisiko" dar, allerdings teile ich diese Auffassung nicht. Die Alternativen Asset Manager gehören zwar alle zur selben Branche, aber sie investieren das Geld ihrer Investoren breit gestreut über viele verschiedene Assetklassen und Branchen hinweg. Es ist ganz überwiegend nicht ihr Eigenkapital! Ein heftiger Börsencrash würde also nicht ihr Kapital treffen, sondern 'nur' ihre Erlöse. Und auch hier überwiegend nur die erfolgsabhängigen Provisionen, nicht die Management-Fees. Diese Gedankengänge bin ich nun bereits zig Male durchgegangen, über viele Jahre und die unterschiedlichsten Börsenphasen hinweg und ich komme immer wieder zu derselben Einschätzung bzgl. des Risikos und der Chancen. Und deshalb habe ich zusätzlich noch weiter aufgestockt bei den Finanzinvestoren. Ich kann aber nachvollziehen, wenn andere Anleger sich hiermit nicht wohl fühlen.
:: Performance Apollo: Q1/25: -21,75 % | 2024: 94,75 % | 2023: +43,25 %
:: Performance Ares: Q1/25: -22,25 % | 2024: +38,5 %
:: Performance Blackstone: Q1/25: -23,75 % | 2024: +41,0 % | 2023: +68,25 %
:: Performance KKR & Co.: Q1/25: -26,5 % | 2024: +92,25 % | 2023: +72,75 %

Cluster Rohstoffe (15,5 %)

Mein "Quasi-Energiewert" Texas Pacific Land zeigt weiterhin relative Stärke; dennoch habe ich meine Position leicht verringert. Um mit dem Erlös Viper Energy zu kaufen, die wie TPL ebenfalls ein Royalty Play sind. Allerdings schüttet Viper Energy rund 75 % seiner Gewinne als Dividenden an die Aktionäre aus und ist daher auch für einkommensorientierte Investoren interessant. Zudem gewinnt meine Wolfram-Spekulation Almonty Industries enorm an Fahrt.

:: Performance Almonty Industries: Q1/25: +116,5 %
:: Performance Texas Pacific Land: Q1/25: +6,5 % | 2024: +124,0 % | 2023: -33,25 %
:: Performance Viper Energy: Q1/25: -14,0 %

Domino's Pizza

Mit Domino's habe ich eines der erfolgreichsten Franchise-Unternehmen der Welt ins Depot genommen. Es ist ein Asset-light-Business und das Unternehmen ein starker Compounder, von dem ich mir in den nächsten Jahren weitere große Erfolge verspreche, nachdem der Kurs seit dem Corona-Hype konsolidiert.
:: Performance Domino's: Q1/25: +0,25 %

Cluster Infrastruktur (9,5 %)

Das Thema Infrastruktur ist kein neues für mich, aber der Fokus durchaus. Nachdem in Deutschland ein Sondervermögen für Infrastruktur aufgelegt wurde und endlich die schon lange benötigten Investitionen in diesem Bereich fließen dürften, habe ich mich hier stärker engagiert. Friedrich Vorwerk ist im Bereich des Planens und Bauens von Energienetzen tätig und Kontron expandiert stark im Bereich digitale Infrastruktur.
:: Performance Friedrich Vorwerk: Q1/25: +77,0 %
:: Performance Kontron: Q1/25: +14,75 %

Hannover Rück

Der drittgrößte Rückversicherungskonzern der Welt ist nicht nur neu in meinem Depot, sondern auch noch etwas unterentwickelt, so dass es nicht für die Top 10 reicht - aber zumindest für die Top 12. Das Unternehmen steigert seine Gewinne wie an der Perlenschnur gezogen, auch wenn die Jahresergebnisse aufgrund von Großschadensereignissen bisweilen stärker schwanken. Auf mittlere und lange Sicht steigen Gewinne und Aktienkurs und deshalb könnten ich mir hier in den nächsten Quartalen weitere Aufstockungen meiner Position gut vorstellen.
:: Performance Hannover Rück Q1/25: +12,75 %

Cluster FinTech (6,25 %)

LendingClub ist war bisher einer meiner teuersten Fehlgriffe - weil ich von dem Unternehmen sehr überzeugt und dort dem entsprechend zu früh und zu stark eingestiegen bin. Das Kerngeschäft, die Kreditplattform, schwächelt, weil es zwar viel Nachfrage von Kreditkunden gibt, aber die Banken als Abnehmer der Kredite zurückhaltend sind und eher ihr Kreditvolumen runterfahren. LendingClub hat gegengesteuert und sich neue Geschäftsfelder erschlossen. Das zahlt sich aus. Allerdings hat der Kurs wieder den Großteil seiner vorherigen Gewinne abgeben müssen, weil die in den USA aufziehenden Rezessionsängste kräftig auf die Stimmung drücken. Ich habe meine Position halbiert, um mich stattdessen in einem anderen Unternehmen aus dem Finanzsektor zu engagieren, das ich schon lange auf dem Kieker hatte: Hannover Rück. Da auch PayPal, meine zweite FinTech-Spekulation, zuletzt mit Kurseinbrüchen glänzte, ist mein FinTech-Cluster entsprechend stark geschrumpft - und beide Werte aus meinen Top-Positionen gerutscht.

:: Performance LendingClub: Q1/25: -39,5 % | 2024: +100,0 % | 2023: +0,5 %
:: Performance PayPal: Q1/25: -28,25 % | 2024: +46,75 % 

▶ Meine Cash-Quote

Ich habe vor einiger Zeit (endlich) erkannt, dass eine hohe Cash-Quote langfristig mehr Rendite kostet, als wenn man annähernd voll investiert ist - auch wenn man dann bei Kursabstürzen voll aufs Brett kriegt. Man muss dann eben 'nur' die Ruhe bewahren. Meine Cash-Quote lag Ende des Quartals bei für mich üblichen 1 %.

Genau genommen ist sie sogar negativ, da ich einen Wertpapierkredit in Anspruch nehme; bei voller Inanspruchnahme macht er inzwischen 'nur noch' rund 15 % meines Investmentkapitals aus (Mitte 2022 zum Start waren es exakt 20 %). In 2022 war wegen des Börseneinbruchs die kreditgenerierte Hebelwirkung kostspielig, in 2023 hat sie sich sehr positiv ausgezahlt und auch 2024 rechnet sich das Ganze noch (obwohl anstelle der ursprünglichen 3 % p.a. inzwischen knapp 7,5 % 6,5 Zinsen anfallen). Ich werde den Kreditrahmen nicht erhöhen; sollte das Depot weiter zulegen, verringert sich damit der Kreditanteil an meinem verfügbaren Kapital entsprechend. Und selbstverständlich weiß ich, was Warren Buffett davon hält:
»Geliehenes Geld hat keinen Platz im Investoren-Werkzeugkasten. An den Märkten kann jederzeit alles passieren. (...) Kredit ist wie Sauerstoff. Ist er vorhanden, bleibt seine Anwesenheit unbemerkt. Fehlt er, ist das alles, was bemerkt wird. (...) Wenn Du schlau bist, musst Du keinen Kredithebel für deine Investments nutzen und wenn Du dumm bist, solltest Du keinen nutzen.«
Stimmt schon. Der Wertpapierkredit bleibt 'under review' - und ich frage mich immer mal wieder, ob ich 'nicht schlau' bin oder 'dumm' und ob ich das rausfinden kann, ohne dabei Pleite zu gehen. Mein Wertpapierkredit und ich haben ja keine ganz unkomplizierte Vorgeschichte...

▶ Mein 'operativer Net Worth'

"Das Endergebnis aller Investitionen ist die Rendite" schrieb Value Investor Chuck Akre uns Anlegern ins Stammbuch. Im Jahr 2024 war mein 'operativer Net Worth' um +61,0 % gestiegen - ein neuer Rekordwert nach dem bereits extrem starken Jahr 2023. Das Jahr 2025 konnte da in den ersten drei Wochen gut mithalten mit einem Zuwachs von +8,0 %, doch Trmup sei Dank ist auch mein Depot anschließend ordentlich unter die Räder gekommen, so dass das 1. Quartal mit -5,0 % (YTD) abschloss.

Anmerkung: Mein 'operativer Net Worth' ist der variable Teil meines Vermögens (Cash, Fonds/ETFs, Wertpapiere), den ich durch Investieren oder Arbeitsleistung aktiv beeinflussen kann. Die ausgewiesene Rendite stellt also nicht alleine die Entwicklung meiner Investmenttätigkeit dar, aber sie liegt nahe dran, da mein Investmentdepot rund 95 % meines Gesamtvermögens ausmacht. Des Weiteren erzeugt die Inanspruchnahme eines Wertpapierkredits einen (positiven oder negativen) Hebeleffekt. Der mein Verschuldungsgrad ('Loan-to-Value Ratio'), also der in Anspruch genommene WP-Kredit im Verhältnis zum Depotwert zzgl. Cash, lag Ende des 1. Quartals bei 11,5 % nach zuvor 10,85 %.


Meine angepeilte durchschnittliche Jahresperformance liegt bei 15 % und die hatte ich 2022 deutlich verfehlt. 2023 habe ich voll zurück in die Erfolgsspur gefunden mit einem Zuwachs von 55,75 % und dieses Ergebnis in 2024 mit +61,0 % sogar nochmals toppen können. In den letzten 10 Jahren habe ich 8 Jahre mit Renditen zwischen 22 % und 61 % abgeschlossen, während ich mir 2018 ein sattes Minus von -10 % einhandelte und 2022 sogar -16,75 %. Und in 2025 bisher -5 %. Doch wie man der Tabelle entnehmen kann, tut der Rückgang isoliert betrachtet zwar weh, doch ist er im Verhältnis zur Gesamtentwicklung nicht wirklich signifikant. Anders gesagt: mein Vermögensstand liegt in etwa auf dem Niveau von Mitte November und damals habe ich mich keinesfalls schlecht oder gar arm gefühlt. Der (einzige) Unterschied ist, dass die Kurse damals stiegen und nun mehrere Wochen gefallen sind. So what...?

Trotz der Rücksetzer zeigt die grundsätzliche Entwicklung weiter in die gewünschte Richtung. Seit ich 2014 mein Vermögen in meine GmbH überführt habe, hat es um durchschnittlich 19 % pro Jahr zugelegt. Sehr erfreulich und beinahe in Buffett'schen Sphären... ツ

Mein Lieblingshobby Börse macht mir immer noch viel Spaß und ich schreibe auch immer noch gerne darüber. Auch wenn ich inzwischen doch viel Arbeit in bezahlte Börsenartikel stecke und mir dabei meine Themen nicht immer so frei aussuchen kann, wie das früher der Fall war, als ich ausschließlich dieses Blog bespielt habe. Aber ich will mich nicht beschweren, sondern bin sogar dankbar, dass ich als 'ungelernter' Schreiberling eine so tolle Beschäftigung gefunden habe, die mir viel Freude bereitet - fast so viel wie das Investieren selbst. Fast...

So, geschafft. Und nun bin ich gespannt auf eure Anmerkungen und eure Kritik zu meinem Quartalsbericht.

Möge die Rendite mit euch sein! ツ

Disclaimer: Die meisten Werte befinden sich auf meiner Beobachtungsliste und/oder im Depot/Wiki.

18 Kommentare:

  1. Hi Michael,

    wieso bevorzugst du die Hannover Rück gebenüber der Münchner Rück?

    In den letzten Tagen hattest du auch mal Kinsale erwähnt, die sind schon wieder raus?

    Grüße
    Hans

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    1. Moin Hans,
      Hannover Rück hat sich über längere Zeit operativ etwas besser geschlagen als die Münchener Rück und war auch profitabler. Das ist alles; man kann auch alternativ auf den Marktführer Munich Re setzen.

      Kinsale Capital habe ich im Wiki, aber im Depot aktuell nicht. Die musste ich mal vor einiger Zeit opfern, weil ich Geld für ein Investment benötigte - ich glaube es war Rheinmetall. Hab Kinsale aber weiter auf der Watchlist, weil es ein tolles Unternehmen ist und starkes profitables Wachstum generiert. Ab und zu gibt es hier mal Kursrücksetzer, das sind dann eigentlich immer Kaufgelegenheiten.

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  2. Vielen Dank fürs Update. Finde ich immer sehr inspierierend. WIe bekommst Du das hin - Du hast kaum oder gar keine Positionen im Minus? Arbeitest Du das mit Kaufmarken oder spielt der Lurs für Dich eher keine Rolle und Du hattest sagen wir mal Glück beim Timing? Wenn ich die Alternativeswerte kaufen würde, würde ich erstmal Kursverluste haben.

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  3. Hallo Michael, schaust du dir Howard Hughes und den potentiellen Einstieg von Bill Ackmqn an? Falls du das angesehen hast, wie sind deine Gedanken dazu? Ich störe mich an der vorgesehenen Management fee. Beste Grüße, Joachim

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    1. Moin Joachim,
      ich hab mir Bill Ackmans Move bzgl. Howard Hughes Holdings und dem von Ackman angekündigten "Umbau in eine moderne Berkshire Hathaway" im Februar angesehen, aber keinen Handlungsbedarf.

      Ackmanns Vorstellungen sind ja, dass er die Mehrheit an HHH übernimmt und sein Team dann den überschüssigen Cashflow der Immobilientochter nutzt, um damit Unternehmen bzw. Aktienbeteiligungen zu kaufen.

      Ob das Stammgeschäft der Immobilientochter von HHH wirklich in den nächsten Jahren so hohe Cashflows abwirft, dass man dies mit dem Float aus Versicherungen gleichsetzen kann, steht für mich nicht wirklich fest. Und zur Zeit diskutieren HHH und Pershings Square (also Ackmann), ob und ggf. wie man zusammenkommen könnte.

      Ich werde mir ggf. das Endergebnis ansehen und dann einschätzen, ob da wirklich was neues Großartiges entsteht. Dann wäre immer noch Zeit genug, um eine Investmententscheidung zu treffen. Denn der Cashflow würde ja erst nach und nach eintrudeln und damit der Umbau/Aufbau der "modernen" Berkshire.

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  4. Wo sind denn die Unterschiede bzgl. Werten im Wikifolio bzw. im Depot? Kinsale ist ja ein Beispiel. Danke

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    1. Die Wikis sind Themenwikis (Deutsche Nebenwerte, Quality Investing, Turnaround-Spekulationen) und da mein Investmentdepot sehr fokussiert ist, können nicht alle Werte aus den Wikis auch in meinem Depot sein. Eine ziemlich hohe Überschneidung gibt es zwischen meinem Depot und dem Quality Investing-Wiki, aber eben auch keine hundertprozentige Übereinstimmung.

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    2. Hallo Michael,

      da ich in eines deiner Wikis investieren möchte, wollte ich mich nocheinmal versichern, ob ich das richtig verstanden habe, dass alle Positionen des Wikis handelbar sein müssen, damit ich das Zertifikat jederzeit verkaufen kann?

      Sind zu viele Nebenwerte in einem Wiki besteht die Gefahr, das Zertifikat nicht verkaufen zu können ??.

      Danke im voraus für deine Antwort

      Glg

      Hubert

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    3. "Nicht handelbar" sind Wertpapiere eigentlich immer dann, wenn etwas Regulatorisches im Argen liegt. Zum Beispiel, wenn ein Unternehmen ein Spin-off durchführt und die Aktien der Tochter zwar im Wiki schon zu sehen sind, aber noch nicht handelbar. Dann ist das Wiki für den Augenblick auch nicht handelbar. Das sind aber eigentlich immer nur kurze Zeiträume, dass es hier ein generelles Problem geben würde/könnte, und vor allem bei Nebenwerten, wäre mir neu.

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  5. Danke für die Info.

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  6. Sehr gut geschriebener Artikel, vielen Dank, Michael!

    Du propagierst ja oft Buy and Hold bei Qualitätsunternehmen. Aber wenn ich deine Artikel so verfolge, hast du doch einen ziemlich hohen Turnover. Ich persönlich versuche, den Turnover unter 10% des Depotvolumens zu halten. Allerdings ist deine Performance deutlich besser als meine. Basierend auf deinen Artikeln habe ich den Eindruck, dass du zu 80% ein gutes Timing hast. Glückwunsch!

    Beste Grüße, Andreas

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    1. Moin Andreas,
      mein Timing ist eher ziemlich mies, das habe ich aus meinen 35 Jahren an der Börse gelernt. Ich bin ein großer Fan von Buy & Hold, aber du hast durchaus Recht, dass ich auch aktiv investiere. Da ich immer voll investiert bin und keine Cashquote vorhalte, muss ich bei neuen Engagements notgedrungen etwas anderes verkaufen, um mir die nötigen Mittel zu beschaffen. Alleine deshalb gibt es mehr Bewegung im Depot, als es ansonsten nötig wäre. Zudem kommt es auf die Lage an - bis 2020 war ich stark und erfolgreich in deutschen Nebenwerten engagiert, seitdem überwiegend in US-Unternehmen. Im Frühjahr 2023 während der "kleinen Finanzkrise" und auch anschließend habe die Gewichtung der Alternativen Asset Manager deutlich ausgebaut. Und nun zeichnet sich ab, dass deutsche (Neben-) Werte eine Renaissance erleben. Auch das sorgt für Bewegung im Depot.

      Doch unterm Strich sind meine Kernpositionen seit Jahren dieselben: Costco, Texas Pacific Land, Blackstone, KKR, Apollo - selbst wenn ich auch bei diesen zuweilen mal etwas aufstockte oder reduziere.

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  7. Hallo Michael, vor 5 Monaten sah LendingClub noch anders für dich aus:
    https://www.intelligent-investieren.net/2024/10/gastartikel-von-stefan-waldhauser-zu.html

    Im Februar warst du immer noch positiv mit:
    https://www.intelligent-investieren.net/2025/02/die-borsenwoche-052025-im-ruckblick-die.html
    Ein Auszug daraus:
    "Auch bei LendingClub ist mein Investmentcase völlig intakt und ich bin wieder einmal erstaunt über die Reaktion des Marktes auf eigentlich ziemlich starke Zahlen. Die meisten werden wieder einmal nur auf den Kurseinbruch reagiert haben und auf dieser Basis "analysiert" haben, dass die Zahlen wohl schlecht ausgefallen sind, weil der Kurs ja ansonsten nicht einbrechen würde. Aber solche Panikreaktionen erweisen sich selten als richtige Entscheidung. Denn mittel- und langfristig setzt sich die Geschäftsentwicklung durch und bestimmt den Kursverlauf.

    Wieso halbierst du nun deine Position wegen "Rezessionsängsten"?
    Da fällt mir das Zitat ein: Politische Börsen haben kurze Beine.
    LendingClub hat in der Vergangenheit bewiesen, dass es mit schwierigen Situationen umgehen kann. Sollte man hier nicht dem Management vertrauen bzw. langfristiger denken?

    PS: Das ist keine Kritik, finde aber deinen Turnover in der Praxis weit höher, als es deine Artikel (z.B. zu LendingClub) "propagieren".

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    1. Was Trump da tut, hat mit "politischen Börsen" nichts zu tun, denn er verkehrt gerade die gesamte US-Wirtschaftspolitik und sorgt dafür, dass der globale Freihandel massiv einbricht. Es ist nicht absehbar, dass er dies nur unter dem Aspekt tut, sich mit irgendwelchen Deals rauskaufen zu lassen - und das war die Annahme der meisten Beobachter, als sein Strafzoll-Hammer noch nur eine Drohung war.

      (Vor allem) deshalb ist das Rezessionsgespenst in den USA inzwischen ein reales und kein Kindermärchen mehr. Die Rahmenbedingungen haben sich seit seinem Amtsantritt massiv verschoben und darauf muss bzw. sollte man reagieren. Und ich habe das in meinem Depot getan.

      Da ich stets voll investiert bin, also kein Cash auf dem Konto rumliegen habe, muss ich priorisieren: will ich irgendetwas kaufen, muss irgendetwas anderes vorher verkaufen. So einfach ist das. Und bei der Priorisierung / Entscheidung bewerte ich dann natürlich auch die kurzfristigen Aussichten und/oder die mittel- und langfristige Perspektiven. Die meisten Anleger würden nach einer Kursverdopplung in nur drei Monaten die Spitzenposition Rheinmetall halbieren, um "den Einstand" rausholen und "Gewinne zu sichern". Da bei Rheinmetall jedoch die mittel- und langfristigen Perspektiven überaus aussichtsreich sind (Stichwort Rüstungssuperzyklus), wäre ein Verkauf aus meiner Sicht das Verschenken von Gewinnen bzw. Potenzialen.

      Ich gehe daher einen anderen Weg, den habe ich mir in 35 Jahren an der Börse erarbeitet. Also verkaufe ich Positionen, die erstmal wenig Aussicht auf Besserung haben, weil zur Zeit ordentlich Gegenwind herrscht oder aufzieht - selbst wenn ich mittel- und langfristig von deren Geschäftsmodell überzeugt bin. Hätte ich 50 Positionen im Depot, wären darunter immer solche, die man leicht abstoßen könnte. Aber ich verwässere meine Gewinnchancen nicht durch eine zu hohe Diversifikation, sondern betreibe Focus Investing. Wobei ich mit 15 Positionen immer noch weit von Charlie Mungers Ideal abweiche: "Wir glauben nicht, dass eine breite Diversifikation zu einem guten Ergebnis führt. Wir glauben, dass fast alle guten Investitionen mit einer relativ geringen Diversifikation einhergehen. (...) Ein gut diversifiziertes Portfolio benötigt nicht mehr als vier Aktien".

      Insofern hat es zuletzt auch LendingClub mit einer Teilreduzierung getroffen. Wenn sich die Rahmenbedingungen wieder aufhellen in den USA, werde ich sicherlich meine Position wieder aufstocken. Ob ich dann weniger oder mehr als den heutigen Kurs bezahle, bleibt abzuwarten (und ist für meine heutige Entscheidung auch nicht maßgeblich).

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    2. Auf Dauer wird die Lage in den USA auch sehr negative Effekte auf FS KKR und Midcap haben, weil eine Pleitewelle von SMEs dann sehr wahrscheinlich wäre. Und wenn einmal die Börse ein negatives Momentum hat, könnten wir bald recht attraktive Kurse für diese und andere Werte wie Amazon, Ares Management und co sehen..

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    3. Weshalb sollte es eine Pleitewelle bei den SMEs geben?

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  8. Hallo Michael,
    danke für deine Antwort zu LendingClub.
    Ich bin da eher bei: "investieren wenn Blut auf der Straße liegt"
    Aber vielleicht hat der Konsens dieses mal Recht, wie so oft.

    Aber:
    LC operiert doch nur in Amerika, welche direkten Auswirkungen haben die Zölle?
    Und, in einer Rezession sollten die Amerikaner noch motivierter sein, ihre Kreditkartenschulden loszuwerden...LC hilft da ungemein!

    Just my two cents
    LG

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    1. Rezession bringt Arbeitslosigkeit mit sich und damit steigende Kreditausfälle. Zudem werden die Banken risikoscheuer und die sind Hauptabnehmer der Kreditportfolios, die LendingClub generiert und auf seiner Plattform verkauft. Ein erhöhtes Kreditausfallrisiko macht zudem die kreditbasierten Zertifikate für die Finanzinvestoren unattraktiver, also muss hier von LC über den Preis gegengesteuert werden.

      In Summe ist keine dieser Entwicklungen ein Genickbruch für LCs Geschäftsmodell, aber es ziehen doch einige Gegenwinde auf - dass LC das erfolgreich meistern kann, hat man schon 2022/23 gesehen. Aber Wachstum und positive Aussichten stehen erstmal nicht mehr auf der Tagesordnung.

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