In meiner Kolumne "Kissigs Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Depots der besten Investoren unserer Zeit unter die Lupe.
In meinem 288. Portfoliocheck nehme ich wieder das Depot von Ken Fisher vor, der mal Value Investor ist, wenn dieser Ansatz die besseren Renditen verspricht, und Growth Investor, wenn es hiermit mehr zu verdienen gibt. Die Ende 2021 begonnene Börsenkorrektur als Reaktion auf Inflation und Zinsanhebungen stuft Fisher als Chance und vorübergehende Marktirritation ein. Fisher bleibt ein Bulle und setzt dabei vor allem auf die großen Technologiewerte sowie auf Wachstumsaktien für den Rebound. Einer Umkehr der grundsätzlichen Überrenditen bei den Growth-Aktien, die wir seit Ende der Finanzkrise 2009 beobachten können zugunsten von Konjunkturzyklikern und Value-Aktien, wie sie von vielen Marktkommentatoren ausgerufen wird, widerspricht Ken Fisher deutlich. Und angesichts der nun näher rückenden neuerlichen Zinswende sprechen die Vorzeichen für ihn.
Im 4. Quartal 2024 dominierten in Fishers Portfolio weiterhin die Technologieaktien mit einem Anteil von 30,3 %. Auf dem zweiten Rang behaupteten sich die Finanzwerte mit 13,4 %, während sich zyklische Konsumwerte mit 9,1 % an den Gesundheitswerten mit 9,0 % vorbeischieben konnten. Es schließen sich Industriewerte an mit einer Gewichtung von 7,8 % vor Kommunikationsdiensten mit 7,2 %, Rohstoffwerten mit 5,4 % und Energieunternehmen mit 5,2 %. Seine fünf Toppositionen stellen dabei rund 24 % seines Portfolios.
Das von Ken Fisher investierte Vermögen stieg im letzten Quartal um weitere 3 % auf 251 Mrd. USD an; es verteilte sich auf 975 Aktien, von denen 98 neu ins Depot aufgenommen wurden. Die Turnover-Rate halbierte sich auf 2 %.
Seine großen Positionen hat Fisher übewiegend leicht aufgestockt. Apple bleibt an der Spitze seines Portfolio, dahinter hat Nvidia zum Jahresende Microsoft überholt. Amazon und Alphabet folgen unverändert auf den Plätzen vier und fünf. Nicht unter den größten Depotpositionen befindet sich Emerson Electric, doch hier stockte Ken Fisher zuletzt seine Position auf das Dreieinhalbfache auf. Emerson ist ein weltweit führendes Unternehmen, das Industrieausrüstungen und Software vor allem für die Öl- und Gasindustrie, die Raffinerie- und die Stromerzeugungsbranche anbietet. Den stärksten Wachstumsschub erfährt man allerdings durch KI-Rechenzentren – einerseits direkt durch deren Auf- und Ausbau, andererseits indirekt durch die deutlich ansteigende Stromnachfrage, denn der Stromverbrauch für Rechenzentren in den USA dürfte bis 2030 um 22 % pro Jahr steigen und damit auch der Bedarf an Emersons Strom- und Netzmanagementlösungen...
Disclaimer: Habe Alphabet, Amazon, Apple, Microsoft, Nvidia auf meiner Beobachtungsliste und/oder im Depot/Wiki.
"Die Ende 2021 begonnene Börsenkorrektur" Sollte das nicht Die Ende 2024 begonnene Börsenkorrektur heißen?
AntwortenLöschenNe, ich meine schon den heftigen Einbruch im Jahr 2022.
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