Samstag, 5. April 2025

In der Börsenwoche 14/2025 waren die stärksten Kurstreiber in meinem Depot nicht nur Apollo Global, KKR, Ares Management, Texas Pacific Land und LendingClub

Die Top-Werte meines Investmentdepots veröffentliche ich jeweils zum Quartalsende in meinen Investor-Updates und meine Beobachtungsliste aktualisiere ich wöchentlich.

Ergänzend gebe ich heute eine kurze Übersicht zu den Werten, die in der letzten Woche mein Investmentdepot am stärksten bewegt haben. Dabei geht es um alte Bekannte und neue Liebschaften. Und es gibt die eine oder andere Überraschung...


Diese Werte in meinem Depot verzeichneten in der vergangenen Börsenwoche die stärksten Ausschläge:

📉 Rheinmetall -9,7 %
📉 Blackstone -10,1 %
📉 Amazon -12,0 %
📉 MidCap Financial -12,7 %
📉 Viper Energy -15,7 %
📉 LendingClub -17,3 %
📉 Texas Pacific Land -18,5 %
📉 Ares -19,5 %
📉 KKR -20,1 %
📉 Apollo -21,5 %

Es gab aber auch einen Wert mit Plus, den ich daher hier außer der Reihe mit anführe: 

📈 Friedrich Vorwerk +6,6 %

Es war eine zum Ende hin blutrote Börsenwoche. Don Trump hat seine Strafzölle per Dekret in Kraft gesetzt und dabei die schlimmsten Befürchtungen übertroffen. Das hat am Donnerstag an den Börsen zu einem panikartigen Sell-off geführt. Postwendend kam die Antwort, u.a. aus China, die ihrerseits Strafzölle gegen US-Waren verhängten. Zudem hat die OPEC+ eine Förderausweitung bekanntgegeben, so dass auch der Ölpreis abschmierte; Brent-Oil sackte auf den tiefsten Stand seit 3,5 Jahren. Das sorgte am Freitag für einen weiteren massiven Abverkauf.

Diejenigen, die bei Markteinbrüchen von 5 % schon immer von "Blut in den Straßen" fabulieren, haben nun endlich mal einen passenden Moment für dieses drastische Bild. Trumps Strafzölle sind ein globaler Wirtschaftskrieg der seiner USA gegen den Rest der Welt, auch und insbesondere gegen ihre Verbündeten. Die von Trump an dem von ihm zum "Tag der Befreiung" proklamierten Dienstag erhobenen Zölle haben den gewichteten durchschnittlichen US-Zollsatz auf satte 29 % katapultiert und damit auf ein höheres Niveau als nach dem Smoot-Hawley Act von 1930, der einem globalen Börsencrash in die Weltwirtschaftskrise verwandelte - zugegeben, dass damals die US-Notenbank der Wirtschaft gleichzeitig massiv Liquidität entzog durch starke Zinsanhebungen war ebenfalls ein wesentlicher Faktor dieser Entwicklung.

Wissenschaftler der Aston University sehen verheerende Auswirkungen insbesondere für die USA. Die von Don Trump ausgelösten Zollkriege könnten allein in 2025 weltweit Mehrkosten von bis zu 1,4 Billionen USD verursachen, die von Unternehmen und Verbrauchern getragen werden müssen. Durch die ersten von den USA erhobenen Zölle steigen die US-Preise um 2,7 % und das reale BIP pro Kopf sinkt um 0,9 %. Die Folgen der 25-prozentigen Zölle auf Waren aus der EU werden einen starken Rückgang des transatlantischen Handels und Produktionsstörungen in der EU verursachen. Der Wohlstandsverlust in den USA steigt hierdurch um 1,5 % und die Gegenzölle der EU sorgen dann für einen Preisanstieg in den USA und der EU. Und es ist noch nicht vorbei, denn die Eskalationsspirale kann man endlos fortführen. Der Schaden ist kaum und erst recht nicht schnell zu beheben. Wenn die Zahnpasta einmal raus ist aus der Tube, kriegt man sie kaum wieder rein. So oder so es ist eine gewaltige Sauerei...

Das gewaltige Ausmaß der Strafzölle hat sich als "Black Swan" Ereignis erwiesen, denn die die Massivität und die drohenden Auswirkungen haben die Märkte weltweit überrascht. Alleine der Donnerstag und der Freitag haben die Börsenkapitalisierung von US-Aktien um 6,6 Billionen USD schrumpfen lassen. Und das hat auch mein Depot massiv unter Wasser gedrückt. Insbesondere die Alternativen Asset Manager wurden abverkauft, weil die enorme Verunsicherung an den Märkten bereits jetzt zu reihenweise Verschiebungen von Börsengängen führt und die M&A-Aktivitäten austrocknet. Die Schlussfolgerung der Märkte ist, dass die Gewinne der Finanzinvestoren einbrechen werden - doch das halte ich für eine Überreaktion. Deren Managementprovisionen fließen weiter, es dürften lediglich die Gewinnprovisionen kräftiger betroffen sein. Insofern dürften die nun sehr niedrigen Erwartungen bei den Geschäftszahlen zum 1. Quartal übertroffen werden und auch der Ausblick wohl nicht so negativ ausfallen, wie die Märkte aktuell einpreisen bzw. bereits eingepreist haben. Vielleicht nicht der beste Zeitpunkt, hier seinen Aktienbestand aufzustocken, aber vermutlich auch kein schlechter - das wird erst die Rückschau zeigen.

Der Fear-and-Greed-Index ist in dieser Woche massiv eingebrochen von 22 auf 4 Punkte und spiegelt weiter die "extreme Angst" der Märkte wider.

In Zahlen: In den ersten Wochen des Jahres 2025 hat sich mein Vermögen nach den Rekordzuwächsen in 2024 erstmal um +8 % weiter sehr positiv entwickelt. Doch anschließend ging es unter Schwankungen abwärts auf -6,5 % Ende März. Und der Start in den April ist ein Blutbad mit einem Einbruch um -10,5 % und mein 2025er Vermögenszuwachs liegt nun bei -17 % (YTD).

Auf welche Unternehmen ich in meinem Depot setze und mit welchen Schwerpunkten, habe ich in meinem jüngsten Investor-Update dargelegt. Und eine ausführliche Begründung für den großen Erfolg in 2024 und mein Ausblick auf 2025 bietet eine Reihe weiterer Erläuterungen.
Meine langfristige durchschnittliche Zielrendite liegt bei +15 % pro Jahr und die ersten Börsenwochen des Jahres hatten mit +8 % schon mal gut darauf eingezahlt. So hätte es gerne weitergehen können, ging es aber - natürlich - nicht. Die Börse verläuft nicht linear und auch wenn sie auf lange Sicht rund 10 % pro Jahr zulegt, tut sie dies doch unter teilweise heftigen Schwankungen. Die sollte man aushalten und sich nicht aus seinen Qualitätsaktien spülen lassen. Auch wenn die gegenwärtige heftige Korrektur emotional höchst stressig ist und der Weg zur Wunschrendite nun sehr viel länger ist.

Es bleibt spannend - wie eigentlich immer an der Börse. ツ

Disclaimer: Habe die meisten der genannten Werte auf meiner Beobachtungsliste und/oder im Depot/Wiki.

2 Kommentare:

  1. Ich frage mich echt wie es weitergehen soll, China hat geantwortet, die anderen "Handelspartner" stehen noch aus. Schaukelt sich das wirklich hoch bis alle Parteien sich doch einigen, wobei er das bisher verneint. Aber so unberechenbar wie er ist kann man eigentlich nix ausschließen, ebenso eine Einigung und dann doch wieder Aufkündigung der Einigung.

    Die DOGE Entlassungen sind scheinbar noch nicht in den am Freitag gemeldeten Arbeitsdaten enthalten gewesen.

    Was hat er die nächsten 3,75 Jahre (+4 Jahre in seiner gewünschten 3. Verlängerung) vor?!?

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  2. Danke fürs Update. Auch den Abverkauf bei den beiden Ölwerten sehe ich als Chance an, da Öl nicht dauerhaft so günstig bleiben wird.

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